Wenn ein Rechenzentrum umzieht

Hochsensible Daten von BITMARCK suchten neue Heimat

Ende 2012 entschied sich BITMARCK für eine umfassende Modernisierung seiner Datenspeicherung. Mit einem neuen Backup-Rechenzentrum wollte der Krankenkassen-Dienstleister weiteres Wachstum ermöglichen, den steigenden Sicherheitsanforderungen entsprechen und noch nachhaltiger wirtschaften. 

Rund 370 Serversysteme, 100 Storage-Komponenten und 150 Netzwerksysteme zogen um in ein neues, hochmodernes Rechenzentrum. Gemeinsam mit dem Betreiber, der akquinet AG, wurde das Projekt mit über 200 Beteiligten detailliert geplant und schrittweise umgesetzt.

Die BITMARCK-Unternehmensgruppe ist als größter IT-Dienstleister für gesetzliche Versicherungen sowie für Betriebs- und Innungskassen, für die DAK-Gesundheit und weitere Ersatzkassen tätig. Rund 120 Krankenkassen mit insgesamt 26 Millionen Versicherten sind angeschlossen. Zu den Softwarelösungen zählen das Basisprodukt iskv_21c für das operative Geschäft und ein System für das Management der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Diese hochsensiblen Daten verwaltet BITMARCK aus Sicherheitsgründen parallel in zwei räumlich voneinander getrennten Rechenzentren. Eines davon geriet 2012 an seine Kapazitätsgrenzen. Zudem konnten in dem Gebäude gestiegene Anforderungen an die Sicherheit nicht mehr vollständig umgesetzt werden. Daher entschied sich BITMARCK dafür, eine neue Heimat für seine Daten zu suchen.

Dr. Matthias Baumann, Bereichsleiter Betrieb bei BITMARCK, beschreibt die Marktsondierung: „Da das neue Rechenzentrum fünf bis 15 Kilometer von unserem bestehenden entfernt liegen musste, kamen für uns letztlich nur drei Anbieter in Frage. Für einen Neubau wäre uns die Zeit zu knapp gewesen.“ Im Sommer 2013 fiel die Wahl auf die akquinet AG, ein Hamburger Unternehmen, das gerade ein sehr modernes Twin Datacenter an zwei Standorten in Hamburg und Norderstedt fertiggestellt hatte. Es bot ideale Voraussetzungen für BITMARCK: „Dort wurden schon ähnlich sensible Daten verwaltet, nämlich die der Behörden mehrerer Bundesländer. Was Ausfallsicherheit, Qualität und Dokumentation der gesamten Anlage betraf, waren unsere Anforderungen mehr als erfüllt.“ Ein weiterer Vorteil: Das Datenhosting erfolgt äußerst energieeffizient, der angestrebte PUE-Wert liegt bei 1,29. Trotz deutlich verbesserten technischen Standards und verringertem Wartungsausfall würden sich damit die Kosten für die Krankenkassen nicht erhöhen und zugleich ein Beitrag zur CO2-Reduktion geleistet.

 

Für die Planung des Umzugs erfolgte vorab eine umfangreiche Risikoanalyse. 400 Einzelrisiken wurden erfasst, geschätzt und Maßnahmen zur Minderung geprüft. Dennoch verblieb ein geringes Restrisiko, das alle beteiligten Krankenkassen freigaben. Den Umzug selbst planten die Projektpartner in drei Teilen. Für die Bestimmung der Fahrtroute wurden drei Varianten miteinander verglichen hinsichtlich Ampelzahl, voraussichtlicher Fahrtzeit und möglicher Gefahren. Den Transport der hochempfindlichen technischen Geräte übernahm ein Spezialunternehmen mit beheizbaren LKW-Ladeflächen. In zwei Vorumzügen im März 2014 mit je fünf Prozent des Volumens wurden die NetApp-Storage-, das Data Domain-System, die NSA-WTS-Farm und darauf das SVC-Storage- und das eGK-System transportiert. Jeweils am Abend vorher wurden alle betroffenen Systeme zum Abkühlen heruntergefahren. In einem Umzugs-Ablaufplan war für jeden Tag detailliert festgelegt, welcher der Beteiligten wo und wann die IT-Infrastruktur ab- und wieder aufbaut. Bei beiden Umzügen kam es nur zu sehr geringen Hardware-Ausfällen, die sofort ersetzt wurden.

Im letzten, großen Umzugspart über Ostern waren aus allen Unternehmen über 200 Mitarbeiter eingeteilt. Damit jeder den Überblick behielt, wer zu welcher Firma gehört, trugen alle Beteiligten Oberteile in unterschiedlichen Farben. Durch die Erfahrungen der beiden Vorumzüge konnte der finale Umzug zügig und nahezu ausfallfrei abgewickelt werden. Am Dienstag starteten alle Krankenkassen wie gewohnt in ihr Tagesgeschäft. Dr. Baumann resümiert erleichtert: „Der Versicherungswert für diesen Datenumzug lag bei einer zweistelligen Millionensumme. Dank unserer unternehmensübergreifenden, engen Zusammenarbeit haben wir das Projekt sehr erfolgreich abgeschlossen und blicken nun auf dieser sicheren und energieeffizienten Datenbasis entspannt auf die nächsten fünf bis zehn Jahre.“

 

 

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